Sims Alabims Sommerhits


Sims Alabim; 2010-07-24

Für viele Leute ist es längst ein offenes Geheimnis, dass ich gerne die Vuvuzela erfunden hätte. Nicht nur, um mit einem vermutlich äußerst billig hergestellen Plastikkram einen Haufen Kohle zu machen, sondern vor allem, um mich voller Stolz einer Erfindung rühmen zu können, die der gesamten Fußballnation wochenlang auf die Nerven gegangen ist. Das wäre einmal wirklich ausgleichende Gerechtigkeit und mir ein innerer Reichsparteitag gewesen.

Ich hätte mich auch redlich darum bemüht, die Vuvuzela mit verschiedenen Frequenzen herauszubringen, denn als das größe Manko des Vuvuzela-Klangteppichs habe ich eigentlich immer die Tatsache empfunden, dass es dem ZDF gelungen ist, ihn aus dem Live-Ton der Übertragungen auf ein erträgliches Maß herunterzufiltern (das habe ich mir zumindest erzählen lassen).

Wie überrascht war ich, als ein paar wagemutige Musikanten den Beweis angetreten haben, dass in der Vuvuzela noch viel, viel mehr steckt, als penetranter Hintergrundlärm. Das, was diese Menschen da veranstalten, gehört meines Erachtens nicht nur in einen Konzertsaal, sondern auch auf die Zuchtbullenversteigerung in Hannover, zur Bundesverdienstkreuzverleihung für Jogi Löw, mehrfach vor die UNO und vor den obersten Sowjet.

Platz 3: Die Vuvuzela

Auch das folgende Stück würde ich gerne einmal in der Fassung für Vuvuzela-Bläser hören. Bis dahin müssen wir uns wohl mit folgender, gelungener Neuinstrumentalisierung eines Klassikers zufrieden geben:

Platz 2: The (not so) Imperial March

Zum Themenkanon dieses Blogs gehört ja leider Gottes auch immer wieder der Spott über die Esoteriker, und so wie meine geschätzten Freunde und Kollegen ihre Kronzeugen dafür gerne unter den Spitzen der Britischen Komiker finden, ist es mir nun auch endlich gelungen, ein musikalisches Kleinod ausfindig zu machen, dass zeigt, dass höchster musikalischer, künstlerischer Anspruch und tiefgreifende spirtuelle Botschaften wahrhaftig zu einem Meisterwerk verschmelzen können, ohne dessen positive Energie ich keinen meiner treuen Leser in den Rest des Sommers entlassen möchte:

Platz 1: Ein Lied, das jeden Menschen glücklich macht.

Ich würde mich nicht wundern, wenn man damit Krebs heilen könnte.

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Poplinke


Cabuflé; 2010-07-19

[via]

Sie wünschten, sie wären radikal


Malibu Aircraft; 2010-06-29

Einige Bundeswehr-Soldaten im Auslandseinsatz oder deren Angehörige werden in der Heimat offensichtlich schikaniert. Das berichtet die in Halle erscheinende „Mitteldeutsche Zeitung“ (Dienstag) unter Berufung auf Bundeswehr-Kreise und das Verteidigungsministerium.
Demnach komme es vor, dass entweder in die Wohnungen der Soldaten eingebrochen werde, während sie nicht da sind, oder aber Familienmitglieder anonyme Anrufe erhielten, wonach ihre Angehörigen in Afghanistan gefallen seien, obwohl dies gar nicht stimme.
[...]
Die Bundeswehr sei deshalb dazu übergangen, die Anonymität der Soldaten im Auslandseinsatz grundsätzlich zu wahren. So würden öffentlich nur ihre Vornamen genannt und die Gesichter auf Fotos gepixelt.
[...]
Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus, sagte der Zeitung, neben gewöhnlichen Kriminellen, die sich für einen Einbruch auf offensichtlich leerstehende Wohnungen konzentrierten, seien „Wirrköpfe“ und „angebliche Antimilitaristen“ am Werke, „die zynisch mit den Gefühlen von Angehörigen spielen“ und eine „gezielte Strategie der Verunsicherung“ betrieben. Unter anderem lade diese Szene zu Besäufnissen ein, wenn Soldaten gefallen seien – und zwar unter dem Motto: „Feste feiern, wie sie fallen.”

Quelle: Fokus.de

Auf dem Blog BamM, der mit zu dem “Fest” aufrief, wird stolz ein Interview mit der jungen Welt wiedergegeben, in dem unter anderem die Verbreitung eines entsprechenden Flyers mit geschwellter Brust verteidigt wird.

Ein Zitat daraus ist besonders bezeichnend:

Wenn Politiker fast aller Parteien ständig betonen, daß die Soldaten den Rückhalt der Gesellschaft benötigen, um motiviert und erfolgreich ins Gefecht zu ziehen, sagen wir: Nein, den verdienen sie nicht, sie verdienen nicht Ruhm und Ehre, sondern Verachtung.

Ich würde behaupten, dass “unsere” Soldaten ganz offensichtlich auch ohne diesen Rückhalt in den Krieg gehen. Niemand hat die Verpflichtung, sie dafür zu bewundern. Aber wenn Leute, die nicht mal ein Funken des selben Mutes aufbringen könnten, selbst wenn sie wollten, ernsthaft glauben, an ihrer Position ist irgendwas ehrenhaft oder mutig oder radikal, dann sind sie vielleicht mehr als nur der Verachtung würdig.

Auf der anderen Seite sind sie die Energie, die Hass benötigt, nicht wirklich wert.

Irans bröckelnde Fassade


Malibu Aircraft; 2010-06-21

For einem Jahr begannen im Iran großflächige Demonstrationen gegen das faschistische, theokratische Regime von Ali Khamenei und der Marionettenfigur Ahmadinedschad. Heute sind 70 Prozent der iranischen Bevölkerung unter 25 Jahre alt und in Universitäten finden sich zu 60 Prozent Studentinnen. Das geht zum großen Teil zurück auf den achtjährigen Krieg zwischen Iran und Irak, der 1988 endete und in dem Iran mindestens eine Million junger Menschen verlor. Infolgedessen versuchte Iran alles um die Geburtenzahlen zu erhöhen, wobei sie etwas über das Ziel hinausschossen. Gleichzeitig wurde das Bildungssystem ausgebaut, was besonders von Frauen genutzt wurde.
Es ist genau die Generation, welche aus jenen Prozessen hervorging, die bis heute unter Lebensgefahr auf die Straße geht und die mehr Respekt und Solidarität verdient, als sie überhaupt bekommen kann. Leider erhielt sie jedoch vor einem Jahr von internationaler Seite zum großen Teil zögerliche Unterstützung und auch Teile der Linken zeichneten ein mehr als erbärmliches Bild von sich selbst.
Diese Versäumnisse scheinen im Angesicht der Aussagen einiger ehemaliger Mitglieder der Revolutionsgarde noch viel schändlicher. Wenn man ihnen glaubt, stand das Regime vor einem Jahr kurz vor dem Zusammenbruch.
Ein 15-minütiges Videos mit entsprechenden Interviews findet sich hier.

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Der Geruch der Schienen in Dorfbahnhöfen


Sims Alabim; 2010-06-18

Staubige Asphaltstraßen, nach langer Trockenheit zum ersten Mal wieder von einem sanften Sommerregen benetzt.
Das Chlorwasser eines Schwimmbeckens, dazu Sonnencreme.
Sonnencreme und dazu der Gummigeruch einer neuen, zum ersten Mal aufgepumpten Luftmatratze.
Der Geruch eines Seeufers, zusammengesetzt aus Schilf, Schlamm, Moder (auch hier vielleicht noch eine Spur der unvermeidlichen Sonnencreme) und anderen, geheimnisvollen Ingredienzien des Seewassers, von denen wir vielleicht auch gar nicht genau wissen wollen, woraus sie bestehen.
Gemähtes Gras auf einer Wiese, das sich in den Sonnenstrahlen langsam in trockenes Heu verwandelt.
Das sind Gerüche, denen man in jedem Sommer neu begegnen kann, wie guten, alten Freunden.

Einen anderen Geruch gibt es aber, den man nur noch selten trifft, und den man gerade deshalb hüten sollte wie einen Schatz. Das ist der Geruch der Gleise in der Sommerhitze an einem alten Dorfbahnhof.

Vielleicht hat es damit zu tun, dass heute keine Holzbohlen mehr verwendet werden. Dieses tiefdunkle, spröde gewordene Holz, meistens unter rostrot gewordenen Schienen, und auf rostbraunem, irgendwie an Kohlestücke erinnernden Schotter. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass man sich, je älter man wird, immer seltener für längere Zeit an diesen Bahnhöfen aufhält, wo alle Stunde einmal ein Zug vorbeikommt.
Die rostigen Schienen mit der blank polierten Oberfläche beginnen zu singen, dann rauscht ein Güterzug vorüber, und auf der endlos erscheinenden Schar von immer gleichen Wagen, die er hinter sich herzieht, stehen entweder Neuwagen, oder stapeln sich Baumstämme. Dann wird es wieder still, der Geruch der Schienen steigt mit der flirrenden Hitze wieder hinauf, während man weiterhin auf dem menschenleeren Bahnhof sitzt und sich die Zeit bis zur Regionalbahn vertreibt.
Man ist natürlich nicht allein, man ist immer zu zweit, mindestens. Die nassen Haare sind längst getrocknet, nur das in den Rucksack gestopfte Handtuch ist noch feucht. Vielleicht hat man sich noch etwas von den Süßigkeiten aus dem Schwimmbad aufbewahrt, vom Ahoi-Brausepulver, das man sich in die verschwitze Handfläche schüttet und von dort ableckt, von den weißen Mäusen, den Schlümpfen, die immer in den Zwischenräumen der Zähne kleben bleiben, von den billigen Kaugummis, die in einen Aufkleber von Alf oder Knight Rider eingewickelt sind. Man ist vielleicht zwölf Jahre alt.

Die Tage erstrecken sich endlos, zwischen Morgen und Abend ist immer Platz für mehr als ein Abenteuer. Man denkt keinen Augenblick darüber nach, dass es verlorene Zeit sein könnte, eine Dreiviertelstunde am Bahnhof auf einen Regionalzug zu warten, mit dem man dann eine Station zu fahren hat. Warum sollte man über Zeit nachdenken? Es ist Sommer.
Der Weg zum Kaugummiautomaten drei Häuser weiter ist schon eine Unternehmung, Zehnpfennigstücke eine gebräuchliche Währung, ein zerknitterter Zwanzigmarkschein im Geldbeutel ein Schatz.
In das kleine, hügelige Wäldchen hinter dem Haus meiner Großeltern passt sieben Mal der Sherwoodforest, der Fangornwald, der Planet Eternia und der Truppenübungsplatz einer Armee ohne Fahnen, Feinde oder Ideologien, der es genügte, Armee zu sein und den Flugzeugen befreundeter Armeen auf den mit Gartenschäufelchen in Erdhügel gegrabenen Flugfeldern Landeerlaubnis zu erteilen.

Schon alt genug, um ganze Tagesabläufe vollkommen ohne die Zuwendung erwachsener Bezugspersonen bestreiten zu können. Noch jung genug, um für nichts Verantwortung zu spüren.
Man weiß es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, man wird es erst viele Jahre später beim Geruch der schweren, alten, rußigen Holzbohlen in der Sommerhitze begreifen, aber in diesen wenigen Sommern, in denen man zwölf Jahre alt ist, gehört einem, zum ersten und einzigen Mal in seinem Leben, die Welt.

Das ist Streetart, Bitch!


Cabuflé; 2010-06-17
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Erigierter Megaphallus der Künstlertruppe "Wojna Group" auf einer Brücke in St. Petersburg

Mehr Bilder und Wissenswertes zu den Urhebern bei rebel:art

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Locals and Tourists: Berlin


Malibu Aircraft; 2010-06-10


Eric Fischer benutzt Geotags, um Fotos von Einheimischen und Touristen zu vergleichen. Über Geotags kann man z.B. bei Flickr hochgeladene Bilder mit den entsprechenden geographischen Daten versehen. Dabei kommen dann Karten wie oben heraus.
Blau steht für Bilder von “Einheimischen”, Rot für Bilder von Touristen und Gelb kann beides sein.
Das ganze “Locals and Tourists”-Album bei Flickr. [via boingboing]

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Koffein ist Bullshit


Malibu Aircraft; 2010-06-10

The millions of people who depend on a shot of coffee to kickstart their day are no more alert than those who are not regular coffee drinkers, say researchers.

A cup of coffee, suggests a study, only counteracts the effects of caffeine withdrawal that has built up overnight.
[...]
How genetic differences may influence response was also examined. Blood samples were taken from 379 volunteers who were asked to avoid caffeine for 16 hours.

After that period, they were given either a caffeine pill or a placebo. Later, they took a slightly higher dose or another placebo. The researchers then used a standard questionnaire called the Mood, Alertness and Physical Sensations Scales (MAPSS) to measure the subjects’ emotional state and alertness.

The participants’ response to caffeine depended on their normal consumption. Roughly half regularly used medium-to-high levels of caffeine – equivalent to a few mugs of filter coffee a day – while the rest usually had little or no caffeine at all.

Caffeine did not increase the alertness of any group above the levels of non-users who were given the placebo. But caffeine fiends who were given a placebo after abstaining from coffee for 16 hours felt less alert and experienced worse headaches than those who received their usual dose. Four people had to drop out of the study owing to the severity of their headaches.

Infrequent users had more headaches after taking the caffeine pills, but did not feel any more alert than normal.

Ganzer Artikel: Guardian.co.uk [via]

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“Frauengold” oder der lustige Sexismus von früher…


Cabuflé; 2010-06-06

…heute ist man ja gottlob “darüber hinweg”:


[via]

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Zurücktreten wie Köhler


Malibu Aircraft; 2010-06-05

… ist jetzt hier möglich.

Mein bescheidener Versuch im Folgenden. Schade ist natürlich, dass nichts an die Erbärmlichkeit des Originals heranreichen kann.

Ich erkläre hiermit meinen Rücktritt

Meine Äußerungen zu Furzkot sind auf heftige Kritik gestoßen. Ich bedauere, dass meine Äußerungen in einer für das Ministerium für gesunde Ernährung wichtigen und schwierigen Frage zu Missverständnissen führen konnten. Die Kritik geht aber so weit, mir zu unterstellen, ich befürwortete die Solidifikation von körperlichen Gasen. Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung. Sie lässt den notwendigen Respekt für die ehrenwerte Profession des Flatulierens vermissen.

Ich erkläre hiermit meinen Rücktritt vom Amt des Pausenclowns von Deuschland - mit sofortiger Wirkung. Ich danke den vielen Menschen in meinem Kopf, die mir Vertrauen entgegengebracht und meine Arbeit unterstützt haben. Ich bitte sie um Verständnis für meine Entscheidung.

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