Wie es George Lucas auf die Berlinale schaffen könnte


Sims Alabim; 2012-02-16

Das Imperium ist vernichtet, die Jedi-Ritter zurückgekehrt um den Galaxien der Republik eine neue Ordnung zu geben. Mit diesem Ende seiner gefeierten Hexalogie könnte George Lucas zufrieden sein, doch nun geht der visionäre Regisseur einen Schritt weiter: Auf dem Wüstenplaneten Tatooine lässt er den neugegründeten Rat der Jedi unter dem Vorsitz von Meister Mondgerecht (Bruno Ganz) zusammentreten, um an einer neuen Verfassung der Republik zu arbeiten. In der Abgeschiedenheit der Wüste wollen sie der Welt eine neue Ordnung geben – und scheitern an sich selbst.

Episode VII erzählt in langen, beinahe quälend ruhigen Einstellungen von dem, was die meisten Space Operas ausblenden: Wie die Kaste der Jedi-Ritter letztendlich an ihrem eigenen Sieg über das Imperium innerlich zerbricht. Die karge Landschaft von Tatooine, in zurückhaltenden, beinahe farblosen Grau- und Brauntönen in Szene gesetzt, ist gleichsam Auslöser und Projektionsfläche der inneren Vorgänge, die der Film in ästhetischer Kompromisslosigkeit schildert. Hier wird die vierte Dimension des Films, die Zeit, erst wahrhaft spürbar. “Ich wollte die Unerträglichkeit von Höhe, Breite, Tiefe und Zeit zeigen,” erkärt Lucas die Entscheidung für das neue 4D-Verfahren, in dem der Film entstanden ist.

Ansonsten setzt der Film auf Reduktion der Mittel. Die in einer einzigen, 16-minütigen Einstellung gezeigte Selbstpenetration der Jedi-Schülerin Quai-Ga mit einem Laserschwert, kommt ohne Spezialeffekte oder künstlich gesetzte Beleuchtung aus. Nachwuchsschauspielerin Angjeszka Spyzynczsy ist für diese kontrovers diskutierte, darstellerische Tour de Force bereits mit mehreren renomierten Preisen ausgezeichnet worden.

“Der Sieg der Jedi-Ritter über Darth Vader ist für mich ein Sieg über die kommerzielle und popkulturelle Bedeutung meiner bisherigen Filme,” erklärt der Regisseur und Autor. “Frei von den Konflikten zwischen Jedi und Sith können meine Filme jetzt endlich zum menschlichen Kern jeder Erzählung vordringen: Dem Konflikt der Menschen mit ihrer eigenen Natur.”

Ein spannender und sehr politischer Film, der die Frage aufwirft, ob wir den Kampf gegen das Imperium überhaupt gewinnen wollen.

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