Mein seltsamer Engel


Sims Alabim; 2009-08-09

Mein leuchtender Engel

wo nimmst Du nur Deine Kräfte her?

Der Glanz Deiner strahlenden Schwingen blendet mich

Ich werfe Schatten in mein eigenes Leben

und trete gereinigt daraus hervor

in Dein Licht.

Dein Blick reißt Dämme ein

Deine Berührung setzt Sturmfluten frei

Dein Lächeln erweckt den Schlag meines Herzens.

Nimm mich mit, mein Engel

Trage mich auf Deinen Schwingen

in ein neues Reich.

.

Mein trauriger Engel

was ist mit Dir geschehen?

Deine Schwingen hängen leblos an Dir

Dir fehlt die Kraft, sie zu entfalten

und so ziehen sie Dich zu Boden.

Tief in Deinen Augen trübt ein Schleier Deinen Blick

Deine Berührung ist kaum ein kalter Windhauch

und die Traurigkeit in Deinem Lächeln

schnürt mein Herz ein.

Bleib bei mir, mein Engel

Lass mich nicht allein in dieser Kälte.

.

Mein sterbender Engel

Du hast Deine Flügel abgestreift

Du brauchst sie nicht mehr, um zu fliegen.

Jener, der Dich mir geschickt hat

ruft Dich nun wieder zu sich

Dein Auftrag in meinem Leben ist erfüllt.

Dein Blick geht durch meinen hindurch

in eine ferne Welt

Dein Lächeln gilt jetzt jenem Anderen

nur Deine Berührung gilt noch immer mir.

Flieg fort, mein seltsamer Engel

Doch lasse mir eine Spur in den Wolken zurück

Der ich auf meinen Schwingen folgen kann.

.

.

Fremdschrieb: Wes Craven wird 70


Cabuflé; 2009-07-31

Ich hatte mir ernsthaft vorgenommen, meine Beiträge für moviepilot hier in Zukunft noch selektiver zu verlinken als bisher, so maximal einen Link auf einen “normalen” Post, und dabei soll es auch bleiben, aber ich konnte ja nicht ahnen, dass ich den Auftrag bekäme, Wes Craven zum Geburtstag zu gratulieren, und das müsst ihr einfach alle lesen:

Nachdem Sie also im Vorbeigehen mal eben ein Subgenre begründet hatten, drehten Sie mit Hügel der blutigen Augen (1977) einen weiteren Klassiker, der zusammen mit Das Kettensägenmassaker (Tobe Hooper, 1974) die bis heute gültige Schablone des “Backwoods Horror” entwickelte: Ein paar arme Schweine kommen in der Wildnis vom Weg ab und werden von mutierten Inzestmonstern hingeschlachtet. Wenn das nächste Mal jemand angesichts des heutigen sogenannten “Torture Porn” den Untergang des Abendlandes nahen sieht, sollten wir uns bei einer Tasse Fencheltee erinnern, wie Sie und Ihre Kollegen damals die Traumata des Vietnamkrieges aus dem kollektiven Unterbewustsein der US-Gesellschaft zu Tage zerrten, dann einen Blick auf die jetzige politische Realität werfen und das Thema zu den Akten legen.

Wer weiterhin ernsthaft behaupten will, Sie, Wes Craven, hätten Gewalt nie stilisiert, muss spätestens 1984 aufgehört haben, Ihre Filme zu gucken. Gab es in Ihrem Frühwerk noch eine gewisse zynische Bodenständigkeit in der Brutalität, war Nightmare – Mörderische Träume, den ich im wahrsten Wortsinn Ihr Meisterwerk nennen möchte, ein surrealer Bilderrausch, wie ihn der Teenie-Slasher zuvor nicht gesehen hatte.

Der ganze Artikel auf moviepilot.de

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Fremdschrieb: Catterfeld raus!


Cabuflé; 2009-07-27

Kurzfristig bekam ich heute mittag Gelegenheit meiner Erleichterung ob des Endes vom Romy-Schneider-Biopic Ausdruck zu verleihen:

(…) denn die Titelrolle in Romy sollte keine Geringere spielen als Yvonne Catterfeld. Ich war selbstverständlich nicht dabei als diese Entscheidung fiel, stelle mir das Gespräch aber ungefähr so vor: Sagt der Produzent zum Regisseur: “Hier ja, die Catterfeld, guck ma’ die hat auch diese süße Stupsnase und so Wangenknochen wie die Schneider.” Der Regisseur – gerade verzweifelt die letzten Koksreste von seiner Kreditkarte leckend – schaut kurz auf und brummelt “Phh, Hmm, wer? Catterfeld? Kann die den schauspielen? Na egal, passt schon. Ich bin dabei. Hauptsache ich krieg mein Geld pünktlich.” Alle jubeln. Eine Runde Champagner aufs Haus – hier wurde soeben der Besetzungscoup des Jahrtausends gelandet!

Schadenfreude: Romy Schneider Projekt mit Catterfeld ist geplatzt! auf moviepilot.de

Cabuflés Traumstunde: Eine alte Freundin


Cabuflé; 2009-07-18

Eine Frau hat sich ganz unerwartet bei mir gemeldet. Vor langer Zeit, als sie noch fast ein Mädchen war und ich fast noch ein Junge, waren wir gute Freunde und ich sehr lang sehr unglücklich verliebt in sie, das heißt, so war es in Wirklichkeit, doch dies hier ist ein Traum, und uns verbindet eine lange enge Paarbeziehung. Als die vor etwa einem halben Jahr zu Ende ging, brachen wir jeden Kontakt ab, doch jetzt hat die Frau angedeutet, sie sei sich nicht mehr sicher ob das richtig war und wolle also mit mir reden, sehen, ob unsere Liebe nicht noch eine Chance verdient.

Das kommt mir ganz gelegen, sentimental wie ich bin, und so sitzen wir jetzt auf braunen Ledersofas in einem provisorisch wirkenden Wohnzimmer im Erdgeschoss. Das Haus im Speckgürtel von irgendeiner Großstadt wird schon länger da gestanden haben, vielleicht ein sanierter Teil eines alten Bauernhofs, denn zwischen Plattenbau und Reihenhäusern wirkt es seltsam deplatziert. Da ich ganz offensichtlich hier nicht wohne, müssen wir bei ihr zu Hause sein. Wir haben uns in Wolldecken gewickelt, denn draußen ist es kühl geworden, der Himmel grau, die Fenster sind schlecht isoliert. Wir rutschen näher aneinander, berühren uns und sind von Anfang an vertrauter als wir dachten.

Etwas später, sie ist kurz nach draußen und tollt alleine im herbstlich trüben Garten herum, fällt mir ein, dass sie doch mit mir reden wollte, und ich rufe sie herein und frage, wie es denn nun aussieht, was sie meint, und wie wir es mit der Beziehung halten sollen. Da lacht sie, wirft sich auf mich, drückt meine Schultern fest nach unten und sagt: “Mein Gott, du hast das wirklich geglaubt. Als ob ich mit dir wieder zusammenkommen wollte! Ha ha ha! Es hat funktioniert. Du Vollidiot!” Sie kommt ganz nah an mich ran und erklärt sehr sachlich, sie habe aus dem Internet diese Anleitung von einer Feministin, wie Männer so richtig fertigzumachen sind, und sie wollte das an mir mal ausprobieren.

Ich bin naturgemäß gekränkt und irgendwie am Ende, mir fehlen die Worte, und bevor mir welche einfallen, wird sie auf einmal wieder sehr zutraulich, kuschelt sich eng an mich mit ‘nem Hundeblick, die Sache tut ihr offenbar sehr leid, sie ist untröstlich. Die Ärmste scheint ziemlich neben der Spur zu sein, und das passt, denn wenn ich mal an Frauen gerate, dann meist an solche, die einen rechten Knacks weg haben. Ich schließe sie vergebend in die Arme, halte sie ganz fest, sie drückt gleich ihren ganzen Körper an mich, wir bedecken unsere Gesichter mit Küssen, sie atmet tief und schwer, wir schieben zärtlich doch bestimmt des jeweils anderen Kleider zur Seite, fühlen warme glatte Haut, da lässt sie plötzlich ab, sehr ernst, und vorwurfsvoll sagt sie: “Du Schwein. Ich hab’s gewusst, dass du so reagierst. Du betrachtest mich doch nur als ein Objekt! Verschwinde! Du widerst mich an!” So endet die Geschichte.

Das alles ist die reine Wahrheit, denn genau so hab’ ich’s heute nacht geträumt. Und so behält der alte Stephan Remmler wieder Recht.

Fremdschrieb: David Faustino, der Mann der Bud Bundy war


Cabuflé; 2009-07-07

Da wollt ich ja noch bescheid sagen: Bei Moviepilot habe ich einen kurzen Artikel über den Verbleib von David Faustino (Bud Bundy) geschrieben:

Für pubertierende Jungs in den Neunzigern gehörte Budrick “Bud” Bundy vielleicht zu den wichtigsten Bezugspunkten beim Erwachsenwerden. Während Hunderte von lauwarmen High-School-Komödien und die handelsübliche Sitcom einem beständig vorlogen, man könne alles schaffen, wenn man nur genug wolle, war es gut zu wissen, dass eine Show immer ehrlich blieb: Welches Pubertätsproblem einen gerade auch quälen mochte, ob Mädchen, Pickel, Jobs, Mädchen, Gruppenzwang, Unterleibshygiene, Schule oder Mädchen – mit Sicherheit war Bud Bundy bereits daran gescheitert, und das ließ einen hoffen. Nicht, dass es eines Tages besser würde, aber dass es irgendwie schon okay so war.

Jetzt ist Eine schrecklich nette Familie seit etwas mehr als zehn Jahren aus dem Programm und die Darsteller sind weiter gezogen….

Der ganze Artikel auf moviepilot.de

Im übrigen bittet mein Kollege Oliver um freundliche Beachtung seines Brüno-Testes Wie schwül bist du?

Falls es jemanden interessiert: Cabuflé ist zu 75% schwül. Als ob wir das nicht schon immer gewusst hätten…

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Es ist spät…


Cabuflé; 2009-06-20

090618b1Grafik: Mediengestalter [via]

Ich habe gerade eine Stunde lang versucht, mir endlich auch eine fein ziselierte Polemik zu der Farce um das vorgestern verabschiedete Gesetz zur Schaffung von Internetsperren aus den Rippen zu leiern. Drauf geschissen. Spreeblick hat die Eckdaten und lesenswerte Links, der Freischwimmer [via] die vollständige namentliche Liste jener wahlweise ignoranten, opportunistischen oder paranoiden Politclowns, die alle zusammen nicht so viel essen können, wie ich kotzen möchte.

Im Übrigen sei auf die Möglichkeit hingewiesen, dem Bundespräsidenten, ohne dessen noch ausstehende Unterschrift das Gesetz bekanntlich nicht in Kraft treten kann, einen Gruß im Gästebuch zu hinterlassen und jenen, denen immer noch nicht klar ist, worum es hier eigentlich geht, Oliver Jungens Artikel in der FAZ [via] ans Herz gelegt.

Neulich, in der Stadt…


Sims Alabim; 2009-06-17

Dramatis Personae: Er & Sie

Die Situation: Er ruft Sie an. Ihr passt es gerade nicht. Ihm ist das egal.

Er:

„Ich muss Dir unbedingt erzählen, was ich gestern erlebt habe. Ich hatte gehört, dass Gott in der Stadt wäre, und ich dachte mir, den könnte ich doch mal auf unser kleines Problem ansprechen.

Ich bin also zu ihm hin und als er gerade einen Augenblick Zeit hatte, meinte ich zu ihm, dass ich mich zwar nicht aufdrängen wollte, aber schon gerne eine Auskunft von ihm hätte. Er sieht mich an und sagt: Na dann, wie kann ich Ihnen helfen?

Ich sage: Es ist ja so, es gibt doch sicher jemanden, den Du für mich bestimmt hast, eine Frau halt, und weil ich jetzt schon Mitte Dreißig bin und sie noch immer nicht getroffen habe, dachte ich mir, wo Du schon Mal in der Stadt bist, ich frage einfach Mal, wann ich sie denn endlich treffe, weil dann könnte ich auch wesentlich besser für den nächsten Urlaub planen…

Und Er sieht mich an und fragt: Wie war der Name noch Mal? Ich sage meinen Namen und er klappt sein großes, goldenes Buch auf und schlägt nach unter K. Dann schaut er eine Weile und runzelt die Stirn und sagt: Das ist aber komisch, sie hätten der Frau schon vor über fünf Jahren begegnen sollen.

Und ich sage: Na, das lässt sich ja leicht aufklären. Wie heißt sie denn?

Und dann sagt er mir Deinen Namen.”

Er lässt eine dramatische Pause. Sie will etwas erwidern, hat die Länge der dramatischen Pause aber überschätzt.

Er:

Genau das habe ich auch gedacht! Ach die, sage ich, ja, die kenne ich, aber das kann doch nicht die Frau meines Lebens sein? So richtig zum Heiraten und Kinderkriegen? Ich meine, wir beide schaffen es nicht einmal, für eine Woche in Urlaub zu fahren, ohne dass wir uns am Ende angiften! Wie sollten wir denn zusammen…?  - und so weiter. Aber er deutet einfach in sein Buch und sagt: Das ist die Frau. Wenn ihnen das nicht passt, dann kann ich da jetzt auch nichts machen.

Sie:

„Hast du ihm gesagt, dass wir beide uns getrennt haben? Dass deine Traumfrau in einer neuen Beziehung glücklich ist und dass sie, auch wenn du das nicht einsehen willst, mir dir nichts mehr zu tun haben will?”

Er:

„Ja, klar, habe ich das gesagt. Aber ich meine: Das ist Gott! Für den sind solche Sachen Peanuts! Der muss sich normalerweise mit ganz anderen Kalibern rumschlagen. Und er sagt dann auch irgendwann zu mir: Also, wenn es euch Zweien zu mühsam wird: Bitteschön, dann lasst es bleiben. Es muss ja auch nicht jeder heiraten. Ihr könnt auch euer Leben lang alleine bleiben oder dem Falschen  - wird ja heutzutage auch sehr gerne genommen. Ist mir egal. Mehr als euch beide füreinander bestimmen kann ich auch nicht. Ein Bisschen was müsst ihr schon auch dazutun. Und jetzt muss ich mich entschuldigen, denn es gibt auch noch Leute, die haben echte Probleme…

Und damit dreht er sich um und lässt mich stehen. Tja, das war`s.”

Sie:

„Und das musstest du mir jetzt unbedingt erzählen?”

Er:

„Ich dachte nur, es wäre nur fair, wenn du es auch weißt.”

Sie:

„Danke. Was würde ich nur ohne dich machen?”

Er:

„Dein Leben lang alleine bleiben oder den Falschen heiraten.”

Fortsetzung folgt…?

Fleischeslust #01 - Halber Hahn


Cabuflé; 2009-06-16

Darauf hat die Welt gewartet: Die erste Dokusoap auf instant-eistee.de! Cabuflé - lebenslanger Vegetarier aus Überzeugung Versehen - versucht sich systematisch an verschiedensten Fleischgerichten.


Youtube-Direktlink

Danke an die zweiköpfige Crew vor Ort, Lütt’n Grill - Imbiss Delüx und meine Freunde von The Patricks.

Die Reihe wird über ein Jahr hinweg in unregelmäßigen Abständen fortgesetzt. Zum großen Finale gedenke ich, die Grillsaison 2010 in einer handelsüblichen Berliner Grünanlage mit der Bacon Explosion [via] zu eröffnen.
Anregungen und insbesondere Einladungen für weitere Episoden werden in den Kommentaren und unter Cabufle[ät]instant-eistee.de entgegengenommen.

Offener Brief an meine lieben Kollegen


Cabuflé; 2009-06-13
Post von Cabufle

Liebe deutsche Kulturfuzzis und Kassenköppe!

Sagt mal: Nen Clown gefrühstückt? Die Pillen nicht genommen? Saure Latte im Macchiato? Zu viel killergespielt? Nein? Aber sonst geht’s noch gut, ja?

Der freundliche Offsprecher der Kulturzeit rät euch aus aktuellem Anlass:

Vielleicht sollte sich die Kultur also ein Beispiel nehmen an Opel und Co. und ganz selbstverständlich Rechte in der Politik einfordern, statt im vorauseilenden Gehorsam zu fürchten, dass die Etats schrumpfen.

Als ob nicht im Gegenteil die Warenwirtschaft diese schlechte Angewohnheit - ähnlich wie das Ausbeuten ewiger Praktikanten - vielmehr von euch abgeschaut haben könnte.

Als ob nicht seit Jahrzehnten ein ewiges Jammern gleich Muezzinsrufen aus den Elfenbeintürmen schallte, der Staat möge doch bitte, nein er müsse, sei moralisch verpflichtet, die Kultur zu fördern, ergo eure Mäuler zu stopfen, eure Leiber zu kleiden und eure freundlichen hellen Altbauwohnungen in ruhiger Lage zu heizen, weil ihr selbst euch dessen außer Stande seht.

Da unsere Volksvertreter nun so nebenbei ins Grundgesetz schrieben, sie würden dann in zwölf Jahren mal aufhören mit dem Schuldenmachen, setzt ihr noch einen drauf, und statt die Obrigkeit deswegen zu verhöhnen, wie es den Dichtern und Gauklern zu Gesicht stünde, tut ihr mit ernster Miene so als habe dieses Musterbeispiel an politischer Effekthascherei tatsächlich irgend etwas zu bedeuten und schreit mit der euch eigenen Versorgungsmentalität noch etwas lauter als sonst.

Im Gestus des satten Arschlochs westlich-mittelständischer Provenienz, dem der Strom aus der Steckdose kommt und das Essen vom Supermarkt meint ihr, der Staat solle um Himmels Willen weiter misswirtschaften, bevor ihr nur eine Probebühne schließen müsstet, nur ein Symposium weniger abhalten, oder jenen bürokratischen Wasserkopf trockenlegen, der ohnehin mehr als die Hälfte aller Gelder verschlingt, ehe sie bei den Künstlern ankommen.

Und einmal mehr sollt ihr euch deshalb von mir und Meinesgleichen fragen lassen:

Ist es euch jemals in den Sinn gekommen, dass der Konsum von Kulturgütern irgendeiner Art zwar ein Menschenrecht sein mag (und der HartzIV-Satz unter anderem deshalb menschenunwürdig ist, weil er Empfänger eben davon ausschließt), das Schaffen von Kulturgütern zum Broterwerb jedoch ein Luxus?

Dass Kunst, die zu anderem gut ist als nur den Pöbel zu belustigen (und den Pöbel Belustigen ist keine Schande - es ist ehrliche harte Arbeit, für die der Pöbel letztlich immer einen angemessenen Preis zu zahlen bereit sein wird), dem Künstler letztlich Lohn genug zu sein hat, ein Ding von Leidenschaft und Ehre und nicht ein Dienst, den man irgendjemandem - und zuallerletzt dem Staat - erweist?

Dass Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf also ein wünschenswerter Nebeneffekt solcher Kunst sein mögen, aber niemals deren eigentliches Ziel und noch weniger deren Bedingung?

Dass jeder Künstler, der sich von öffentlichen Geldern und somit letztlich dem Wohlwollen der Herrschenden abhängig macht, freiwillig sein edelstes Recht, namentlich die Freiheit von staatlicher Einflussnahme aufgibt?

Eure geistige Armut kotzt mich an. Ihr habt nichts begriffen.

Wer sich zu fein ist, im Zweifel entweder den Pöbel zu belustigen oder kellnern zu gehen, hätte mal lieber was Anständiges lernen sollen!

Herzlichst

Euer Cabuflé

Dr. Uwe Boll im Gespräch


Cabuflé; 2009-06-09

Es wurde ohnehin so langsam Zeit mal auf den Creative Screenwriting Magazine Podcast hinzuweisen.

Und auch zu dem angeblich schlechtesten lebenden Regisseur könnten hier mal ein paar Worte fallen:

Bisher betrachtete ich Uwe Boll mit, sagen wir: wohlwollender Gleichgültigkeit. Die wenigen Filme von ihm, die ich bisher gesehen habe sind zwar alles andere als gut aber auch nicht außergewöhnlich schlecht. Zeitgenössische B-Movies eben, nicht völlig ohne Charme. Bolls negative Reputation scheint vor allem daher zu rühren, dass er sich durch seine Spezialisierung auf billige und schnell heruntergekurbelte Videospieladaptionen mit einer leidenschaftlichen, gut vernetzten und ergo schlagkräftigen Community angelegt hat: Den Nerds. Vielleicht die unterschätzteste Lobby überhaupt.

Im Creative Screenwriter Interview jedenfalls kommt er als sympathischer Freak rüber, dem ich mich auf Anhieb deutlich verbundener fühle als dem Großteil der angesehenen Blockbuster- und/oder Arthouseregisseure unserer Generation.

Der 9/11-Klamauk Postal und Bolls frühe deutsche Produktionen Amok und German Fried Movie stehen ab heute ganz weit oben auf meiner Liste.

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