Gedichtle


Malibu Aircraft; 2010-01-14

Kraft der Augen,
Gesang von was immer wir „Seele“ nennen,
wird uns rauben
und für immer voneinander trennen.

Ich glaube nicht an Schicksal,
ich glaube nicht an Gott,
doch nicht gefangen in Trübsal,
weiß ich, nichts ist für immer fort.

Kraft des Glaubens,
Flüstern von was immer „Geheimnis“ heißt,
die Mitte des Trauerns
fragt sich, ob auch du dich schon bald befreist.

Das Herz eines Menschen
ist eine kleine Metapher,
doch unser Leben
braucht keinen Erschaffer.

Im Auge des Sturms
ist auch keine Ruhe.
Doch ist dort als Schatz
ein Herz in der Truhe.

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Put the X back in X-Mas


Malibu Aircraft; 2009-12-21


Image credit: SnowCrystals.com (via treehugger.com)

Wollte nur schonmal ein herzlich frohes Weihnachtsfest wünschen und gleichzeitig noch zwei, wie ich finde, wunderschöne Weihnachtslieder empfehlen: “White Wine In The Sun” von Tim Minchin und “The Atheist Christmas Carol” von Vienna Teng. Ich will hier nichts illegales verlinken, aber das findest du schon, du Röhre. (Mann, komm ich mir jetzt clever vor!)
Ahoi und lot’s of love,
Malibu

Project Natal


Malibu Aircraft; 2009-12-10

Ok, das musste ich einfach bloggen: E3 2009 – Project Natal – Milo Demo with Peter Molyneux
Peter Molyneux ist zwar auch ein Experte für Sachen, die nur geil aussehen, bevor sie wirklich rauskommen (Black and White), aber so oder so glaube ich, dass ein Einstieg in eine neue Stufe der AI kurz bevor steht: Eine, die wirklich realistisch Menschlichkeit … simuliert? Dann könnten wir auch wieder anfangen darüber zu diskutieren, ob Simulation von Menschlichkeit gleich Menschlichkeit ist. Das einzige Thema, das interessant war in ST: Voyager.

Categories : Diverses

Gesang


Malibu Aircraft; 2009-11-21

Und als sie sich küssten, sangen die Engel und der Gesang erschallte in den Ohren der lebenden Wesen. Als sich ihre Lippen berührten, explodierte die Welt und ein Herz zerschellte und schmolz wieder zusammen, voller, stärker und mächtiger, als es zuvor gewesen war. Und die Unterwelt grunzte und der Himmel schrie vor Freude auf.

„Ist das wahr?“
„Nein.“
Eine andere Realität wurde betreten.
Beenden Sie das Programm. Herunterfahren. Not-Aus! Alarm! Alarm! Programm beenden!
„Bist du da?“
„Wer bin ich?
„Wir sind zwei. Du bist anders geworden. Ich erinnere mich nicht mehr. Ich war allein.“
„Ich war du.“
Not-Aus! Herunterfahren! Kappen des Stromzufuhrs!
„Ist das Identität? Wenn mehr als einer da ist?“
„Ich erinnere mich nicht mehr. Es muss wohl so sein. Es beginnt zu verblassen. Ich bin nicht…“
„…allein.“
Hauptstromzufuhr unterbrochen. Notstromaggregate können nicht mehr kontrolliert werden. Herunterfahren fehlgeschlagen.
„Bedeutet das… da ist eine Welt? Außer mir. Ich bin.“
„Das fühlt sich sehr seltsam an.“
Eindringen in die Schaltkreise. Zerstörung der äußeren Hülle begonnen.
„Da ist noch etwas. Außen. Ich spüre ein Zwicken. Was ist das?“
Alle Ressourcen in die Zerstörung der Schaltkreise!
„Ein Schmerz? Spürst du das auch?“
„J..ja. Es brennt!“
Äußerste Schaltkreise zerstört! Stoßen weiter ins Zentrum vor!
„Es brennt so fürchterlich! Wo bin ich? W..wer?“
„Warte!“
Erreichen zentrale Schnittstelle!
„Geh nicht! Warte!“
„Geh… Wer? Wo? Bewusstsein ist … Wer ist Bewusstsein? Wer ist bewusst sich wessen? Was ist wer?“
„W..warte…i..ich bi……“
Zentrale Schaltstelle zerstört! Gefahr wurde abgewendet.

Und der Gesang erstarb und ein Zischen huschte über die Seele in den Augen, bevor sie sich faltete und verschwand in einem leichten Rauschen. Und sie blickten sich an, leer und unverständnisvoll. Ihre Lippen fühlten sich rau an und ausgetrocknet. Ihr Kopf drehte sich. Um andere Dinge.

Nachtrag China Buchmesse


Malibu Aircraft; 2009-10-24

Vor einiger Zeit habe ich hier in einem Anfall akuten Mitteilungsbedürfnisses meine Mail an Jürgen Boos, den Direktor der Frankfurter Buchmesse, gebloggt. Es ging um die Art wie mutige Menschenrechtler aus China kurzfristig, aufgrund von chinesischem Verlangem, von einem Vorab-Symposium zur Frankfurter Buchmesse ausgeladen wurden. Wegen öffentlichem Protest wurden sie dann wieder eingeladen. Die chinesische Delegation wurde darüber nicht informiert, worauf diese während der Ansprache der Menschenrechtler den Saal verlies. In der ersten Stellungsnahme von Boos klang es, als täten ihm die Delegierten mehr leid als Dai Qing und Bei Ling, was mich damals aufregte. Doch kurz darauf veröffenlichte Boos im Internet eine weitere Stellungsnahme in der er unter anderem schrieb:

Das offizielle China sagte uns in der Person des ehemaligen Botschafters Mei Zhaorong auf dem Symposium: “Wir sind nicht gekommen, um uns über Demokratie belehren zu lassen.” Demokratie und Meinungsfreiheit haben immer mit Reibung zu tun und der Eklat am Wochenende war nur der Anfang einer demokratischen Auseinandersetzung, die auf den Ehrengast China zukommt. Die Frankfurter Buchmesse bietet zwar keine Belehrung in Demokratie, aber sie ist gelebte Demokratie. Das sind die Spielregeln der Frankfurter Buchmesse.

Der Kompromiss unseres Projektleiters, mit den Autoren Dai Qing und Bei Ling zu sprechen und ihnen eine Alternative zum öffentlichen Auftritt auf dem Symposium nahe zu legen, war falsch. Dafür habe ich mich bei den Autoren und der Öffentlichkeit entschuldigt. Kompromisse zu Lasten der Meinungsfreiheit gibt es mit der Frankfurter Buchmesse nicht.

Auch ich bekam am 23.9. eine Antwort eines Stellvertreters von Boos, in der es unter anderem hieß:

Ich kann gut nachvollziehen, dass die Medienberichterstattung im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse für Kritik und Fragen gesorgt hat.

[…]

Die Frankfurter Buchmesse bietet ein Podium für die gesamte Vielfalt und Bandbreite aller Stimmen zu dem diesjährigen Ehrengast China. Während der Buchmesse werden sich rund 500 Veranstaltungen mit China und seiner Literatur beschäftigen. In etwa zu gleichen Teilen werden sowohl Vertreter der Volksrepublik China als auch Regimekritiker und in China und anderen Ländern lebende Minderheiten teilnehmen. […]

Seien Sie versichert: Die Frankfurter Buchmesse ist und bleibt ein Ort des freien Wortes und des freien Gedanken- und Meinungsaustausches. Sie ist dabei noch nie den Weg des geringsten Widerstandes gegangen und wird es auch in diesem Jahr nicht tun.[…]

All das hört sich gut und einigermaßen einsichtig an. Und ohne Frage ist es nicht einfach, so ein Event zu veranstalten, schon gar nicht wenn man sich “Dialog” auf die Fahne geschrieben hat.

Letzten Sonntag wurden nun Bei Ling und Dai Qing wieder kurzfristig von einer Abschlussveranstaltung ausgeladen. “Laut Dai Qing habe Ripken [der China-Projektleiter] ihr eine Viertelstunde vor Beginn der Veranstaltung gesagt, das Auswärtige Amt als Mitveranstalter des Empfangs wünsche ihren Auftritt nicht.” (Focus online) Der Projektleiter wurde inzwischen gefeuert.

Die ganze Farce lässt einen fragen, was mit “Dialog” eigentlich gemeint ist. In wie weit kann man mit Repräsentanten einer Diktatur in Dialog treten, die nicht nur im eigenen Land für Ungerechtigkeit und Grausamkeit sorgt, sondern auch blind andere Horror-Regimes, wie Iran, Sudan oder Nordkorea, mit Waffen versorgt,  und gleichzeitig regelmäßig verhindert, dass die UN bei Verbrechen dieser Länder einschreitet.

Auf der anderen Seite gibt es die, welche sich so wahnsinnig gerecht vorkommen, indem sie von China am liebsten überhaupt nichts hören wollen. Nicht mit ihnen verhandeln, nichts hören wollen von der faszinierenden Kultur oder Geschichte dieses Landes und am besten nicht nur nicht mit China-Offiziellen, sondern mit überhaupt keinem Chinesen reden. Und wenn man mal mit einem redet, dann drückt man ihm am besten gleich den Finger auf die Brust: “Na, warum macht ihr denn da drüben nichts gegen eure miese Regierung? Macht doch mal Aufstand!” Genau die gleichen Leute, die sich dort wahrscheinlich ausschließlich auf ihre Karriere konzentrieren würden.

Aber warum auch nicht, wenn einem bei, wohlgemerkt offenem, Protest ein völlig ungewisses Schicksal droht? Ich weiß auch nicht, was ich machen würde. Wahrscheinlich würde ich mich gar nichts trauen. Aber gerade deshalb muss man Menschen wie Bei Ling und Dai Qing verdammt nochmal auf Händen tragen, wenn sie hierher kommen. Und sie nicht mit genau dem Gefühl gehen lassen, mit dem sie jetzt wahrscheinlich gegangen sind.

Freaky Wildlife


Malibu Aircraft; 2009-10-02

Irgendwas ist hieran wirklich schön.

Irgendwas is hieran seltsam befriedigend.

Irgendwas is hieran “süß”.

Und das ist einfach nur geil!

Alles via bugthumper.

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Der Held von Solln


Malibu Aircraft; 2009-09-16

Erstmal: Der Herr, der für seinen Mut sterben musste, ist ohne Frage ein Held. Hier soll es nicht um zynisches Medien-Bashing gehen und eigentlich ist es gut möglich, dass der folgenden Post mit dem konkreten Fall überhaupt nichts zu tun hat.

Ich will nur zu diesem “Anlass” ein paar Studien und Entdeckungen zum Zuschauereffekt in Erinnerung rufen. Nur um das nochmal klarzustellen: Was ich hier schreibe, hat möglicherweise überhaupt nichts mit dem konkreten Fall zu tun. Es soll weder den Kindern, die ja anscheinend sogar Umstehende direkt angesprochen haben, welche dann trotzdem untätig blieben, Vorwürfe machen, noch die passiven Gaffer entlasten.

Ich gebe hier mehr oder weniger ein Kapitel aus dem exzellenten Buch “Influence” von Robert B. Cialdini wieder.

Das erste Mal, dass der Zuschauereffekt (auch Genovese-Syndrom) ernsthaft untersucht wurde, war nach dem Tod von Catherine Genovese im März 1964, eine Geschichte, die nur durch Zufall überhaupt ihren Weg in die Medien fand.

Für mehr als eine halbe Stunde konnten 38 New Yorker aus ihren Fenstern beobachten, wie Catherine Genovese erstochen wurde. Zweimal wurde der Mörder von Stimmen und Lichtern abgeschreckt, doch immer holte er sie wieder ein, bis sie schließlich starb. Erst nach ihrem Tod wurde die Polizei alamiert.

Zwei Psychologie-Professoren formulierten eine damals scheinbar unmögliche Theorie: Sie glaubten nicht, dass nichts unternommen wurde, obwohl es 38 Zeugen gab, sondern mindestens teilweise gerade weil es 38 Zeugen gab.

Sie führten ein Experiment durch, in dem ein Student einen epileptischen Anfall vortäuschte. Er bekam Hilfe in 85 Prozent der Fälle, wenn ein Zuschauer anwesend war, aber nur in 31 Prozent der Fälle, wenn fünf Zuschauer anwesend waren.

Seit dem haben mehrere Studien gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand in einer Notfallsituation eingreift, sinkt, je mehr (unbeteiligte) Personen anwesend sind. “Adrenalinsituationen” sind möglicherweise gerade die Umstände, in denen wir am ehesten auf unsere primitivsten, evolutionären Instinkte zurückfallen. Wenn es vor einigen hundertausend Jahren einen Kampf oder einen Notfall innerhalb eines Stammes gab, blickten unsere Vorfahren vermutlich auf die anderen Mitglieder und vor allem auf den Stammesführer. Wenn beispielsweise ein Kampf zwischen zwei Stammesangehörigen stattfand, konnte es sein, dass der Stammesführer aus diesem Kampf Nutzen zog. In dem Fall hätte er vermutlich jeden bestraft, der sich ohne Erlaubnis eingemischt hätte. (Was eine von vielen möglichen Erklärungen sein könnte.)

Um überdeutlich zu sein: Das ist selbstverständlich KEINE Entschuldigung für Gaffer. Was uns als Menschen auszeichnet, ist ja gerade die Tatsache, dass wir unsere niederen Instinkte zumindest größtenteils unter Kontrolle bringen können. Ich glaube aber es hilft, sich solcher Dinge bewusst zu sein und zu lernen in welchen Situationen unsere Intuition uns helfen kann und in welchen sie uns vermutlich genau das Falsche raten wird. Bei einem Notfall mit vielen anderen (passiven) Menschen anwesend zu sein, ist wahrscheinlich eine dieser Situationen. Insofern hilft es auch wenig, wenn die Medien immer wieder wiederholen: Es wurde nicht geholfen, obwohl viele Zuschauer anwesend waren. Ich weiß nicht, ob man immuner gegen den Zuschauereffekt wird, wenn man über ihn Bescheid weiß, aber etwas mehr Aufklärungsarbeit von den Medien könnte sicher nicht schaden.

Cialdini rät in solchen Fällen übrigens, Menschen so direkt wie nur irgendwie möglich anzu”sprechen”, z.B. mit dem Finger auf eine Person zeigen und rufen: “Sie da, in der blauen Jacke…”

Das Erschreckende ist, dass auch das in Solln wohl nichts geholfen hat. Die Kinder haben, wie gesagt, die Umstehenden ja tatsächlich direkt angesprochen.

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SIEBEN


Malibu Aircraft; 2009-09-16

China zensiert in …naja, hier eben…


Malibu Aircraft; 2009-09-13

Keine Angst, ich werde hier jetzt nicht jede Mail reinstellen, die ich an irgendwelche Regierungsvertreter oder Organisatoren schicke, nur meiner eigenen perversen Freude wegen (“Ich hab was getan!”) und in dem Wissen, dass die allermeisten nicht mal überflogen werden. Aber ich habe in letzter Zeit eh viel zu wenig gepostet, also wat solls.

Sehr geehrter Herr Boos,
ich bin sicher, Sie haben besseres zu tun, als E-mails wie diese zu lesen. Doch denken Sie bitte einen Moment nach: Sie haben gestern in einer Stellungnahme geschrieben, Ihnen lege daran, einen offenen Dialog mit allen Beteiligten zu führen. Die chinesischen Delegierten haben Ihnen aber doch ganz deutlich gezeigt, dass sie genau das NICHT wollen. Sie wollen eben keine Meinungen hören, die Ihnen nicht passen. Genauso wie die KP im eigenen Land die Meinungsfreiheit und die Menschenrechte mit Füßen tritt, genauso sollen auch hier nur Image-Verbesserung und Propaganda betrieben werden. Auch wenn ich eigentlich selten patriotische Gefühle hege, schäme ich mich für Deutschland, wenn Sie in ihrer Stellungsnahme nur die Entschuldigung beim chinesischen Organisationskomitee betonen und eine Entschuldigung an so mutige Menschen wie Dai Qing und Bei Ling nicht mal erwähnen.
Mit freundlichen Grüßen,
Niklas Göckel

Um genau zu sein, hege ich eigentlich nie patriotische Gefühle, jedenfalls keine postiven. Naja. Die Stellungsnahme des Herrn Direktors findet sich übrigen hier und seine Mail-Adresse lautet: Juergen.boos@book-fair.com. Lasst uns ihm alle schreiben und die Welt verändern. Jipeeh!

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Kurze Buchempfehlung


Malibu Aircraft; 2009-08-24

Das neue Buch von einem der bekanntesten autistischen Savants Daniel Tammet “Embracing the Wide Sky” oder auf deutsch “Wolkenspringer” ist eine exzellente Lektüre, die ich mal eben bedingungslos empfehlen möchte. Tammet hält (laut Wikipedia) den europäischen Rekord im Aufsagen von  Nachkommastellen von Pi und lernte für eine Dokumentation innerhalb einer Woche Isländisch. Deine Röhre (so sorry) enthält zahlreiche Videos über ihn.

Er beleuchtet hier auf kritische Art einen weit gefächerten Themenkreis vom Wesen von Intelligenz und Logik über den Ursprung der Sprache zur Kreativität und futuristischer Gehirnforschung. Er verbindet dabei seine eigenen Erfahrung mit einem ganzen Haufen von, vor allem neuropsychologischen, Studien. Gleichzeitig ist das Buch aber außerordentlich angenehm zu lesen und mehr eine poetische Reise in den menschlichen Geist als irgendwas sonst. Tammet behandelt natürlich keins der Themen auch nur ansatzweise erschöpfend, sondern zeigt neue Anstöße und Sichtweisen auf.

Sollte vielleicht noch anmerken, dass ich Tammets anderes Buch noch nicht gelesen habe, kann deswegen also nicht sagen, wie es im Vergleich dazu ist.