Baden-Württemberg plant neues Versammlungsrecht


Cabuflé; 2008-12-06

Aber nicht nur die Ordner, auch der Versammlungsleiter selbst kann von der Behörde als ungeeignet abgelehnt werden. Dies gilt auch für Versammlungen in geschlossenen Räumen. Ein Verein, Verband oder eine Gewerkschaft kann nicht mehr uneingeschränkt selbst darüber bestimmen, von wem ihre Versammlungen geleitet werden (…) Einen weiteren möglichen Vorwand, um Demonstrationen vorschnell zu verbieten, liefern die “gleichrangigen Rechte Dritter”, auf die im Genehmigungsverfahren Rücksicht genommen werden muss. Wer sind die “Dritten”, und was sind ihre “gleichrangigen Rechte”? Sind es die Verkehrsteilnehmer, die sich nicht von Demonstrationen aufhalten lassen wollen? Anwohner, die nicht möchten, dass auf “ihrer” Straße eine Kundgebung stattfindet? Arbeitgeber, die keine Streikposten dulden wollen? Kaufleute, die es nicht ertragen, dass ein Schweigemarsch an ihrem Laden vorbei-, aber nicht in ihn hineinläuft? Dem Bedürfnis der Abgeordneten, sich nicht mit den Anliegen ihrer Wähler beschäftigen zu müssen, dient bereits die in der Vorlage eingearbeitete Bannmeile.


(via)

Man könnte jetzt mit einiger Häme bemerken, dass man sich gerade noch rechtzeitig aus dem schwarz-gelben Süden ins rot-rote Berlin verpisst hat. Wenn man ernsthaft glaubte, dies könne irgendeinen Unterschied machen. Wenn sich die Fraktionen in unseren Parlamenten nicht zu einander verhielten wie Media Markt zu Saturn. Wenn sich dieser Schritt nicht nahtlos in die parteien- und länderübergreifende Schussfahrt Richtung Präventionsstaat einfügen würde.

Bis bald dann im State of Paranoia.

Categories : Diverses

Vollwertkost


Cabuflé; 2008-12-04
Categories : Kultur  Lebensart  Schmankerln

Filmstudentenparty


Cabuflé; 2008-11-29

Ich hätte was zu lesen mitnehmen sollen.

Monty Python: Wir haben verstanden!


Cabuflé; 2008-11-19
Categories : Kultur  Medien  Schmankerln

Was der Verfassungsschutz über mich wissen könnte


Cabuflé; 2008-11-15

Ach du heilige…

Es ist ja nichts neues, dass alle web 2.0 Communities das Konsumverhalten eingeloggter User speichern und auswerten. Youtube bietet einem darüberhinaus auf der Startseite aus diesen Daten abgeleitete persönliche Empfehlungen an. Bisher waren das bei mir auch schön zuverlässig Clips verschiedener Comedy Größen, Debatten und Vorträge über sekulären Humanismus und in der Regel Videos, die ich ohnehin schon mehrfach angeschaut hatte.

Da frage ich mich doch, womit ich mir das hier verdient habe:

Und vor allem: Wenn ich jetzt in meiner jugendlichen Neugierde auf die Links klicke, weil es mich ja schon interessiert, was die Volksdeutschen so auf ihrem Sommerfest treiben oder an Visionen für Hamburg hatten – wie viele weitere Nazi-Didgits wird mir youtube dafür gutschreiben?

Von Helden und Clowns


Cabuflé; 2008-11-15

Hier nun wie versprochen mein Senf auf das neue Bat-Würstchen.

DISCLAIMER: Das letzte Mal, dass ich ein Batman Comic in der Hand hatte, dürfte in der Grundschule gewesen sein, und vermutlich handelte es sich um ein besonders billiges irrelevantes Franchise-Exemplar. Auch wenn ich mir im klaren darüber bin, dass ich dies schnellstmöglich ändern sollte: Ich habe nicht die geringste Ahnung von der Comicfigur Batman. Mein Bezug zu dem Character und dem zugehörigen Universum beschränkt sich auf die rührend billige Kultserie mit Adam West (dem deutschen Publikum auch als der auf Filmlänge geprügelte Zusammenschnitt Batman hält die Welt in Atem bekannt), die emmygekrönte Zeichentrickserie aus den Neunzigern und vor allem die beiden grandiosen Spielfilme von Tim Burton.

Mit letzteren wären wir auch schon beim Thema. Meine Freunde, Kollegen, Liebhaber und Todfeinde (andere Leute lesen dieses Blog vermutlich ohnehin nicht) wissen, wie sehr ich Burton bewundere, was es mir prinzipiell schon mal nicht leicht macht, eine abweichende Batman-Interpretation auch nur in Betracht zu ziehen. Deshalb habe ich auf Batman Begins wohlweißlich verzichtet.

Nachdem aber auch meine Hype- und Blasenresistenz ihre Grenzen hat, beschloss ich mir den Dark Knight anzutun und zwar so offen und unvoreingenommen wie es nur geht.

Ach ja: stellenweise Spoilergefahr!

Ich will mich also gar nicht mit geschmäcklerischen Albernheiten wie dem SUV-Batmobil, der klinisch geleckten Bathöhle oder dem NuMetal-Fledermauslogo aufhalten. Alles Sachen, die mir nicht sonderlich gefallen, im Rahmen einer ästhetischen Neuinterpretation des Stoffes allerdings durchaus machbar sind. Und nachdem im Vorbeigehen auch noch anerkannt werden soll, dass der Film als unterhaltsamer Actionkracher auf hohem Niveau hervorragend funktioniert und nachdem ich betont wissen will, welche Freude es war, Michael Caine nach Children of Men erneut auf der großen Leinwand zu sehen, muss ich der unkritischen Baggage, die den Dark Knight zum Jahrhundertwerk hochjazzt sogar in einem Punkt vollständig recht geben:

Der Joker!

Anders als der Batzman (dessen Kritik ich im Übrigen wärmstens empfehle), sehe ich diesen kleinen fiesen Psycho als absolut ebenbürtig mit dem was Burton und Nicholson 1989 geschaffen haben. Heath Ledger balanciert gekonnt zwischen Charge und Charakter und präsentiert uns einen kleinen fiesen dreckigen Wichser, der ähnlich wie der Scorpio Killer aus Dirty Harry gerade deshalb so gut funktioniert, weil für seine Bosheit kein Kontext existiert, der Erklärungsversuche und damit letztlich eine Relativierung des von ihm ausgehenden Terrors anbieten würde.
Im Gegensatz zu Scorpio jedoch, der durch seine zur Schau gestellte Armseligkeit den gerechten Hass des Publikums auf sich zieht und uns als Zusachauer kompromisslos auf Callahans Law-and-Order-Linie einschwört, ist der Joker mit seiner stylishen Aufmachung, all den heroischen Kamerawinkeln, Zeitlupen und trockenen Onelinern, die Nolan ihm spendiert, zu allem Überfluss auch noch eine verdammt coole Sau – der eigentliche Held des Films. Leider degradiert er damit Batman zum Pausenclown.

Nun warten ordentliche Heldenepen ja traditionell mit liebevoll gestalteten Bösewichtern auf – schließlich soll sich ein Superheld, der diese Bezeichnung verdient, nicht mit einem x-beliebigen Suppenkasper kloppen. Umgekehrt wünscht man aber eben auch einem Schurken wie dem Joker einen Gegner, der mehr drauf hat als seine aufrechte Haltung, ein Arsenal an cleveren Gadgets und eine nach unten gepitchte Stimme.
Wenn Michael Keaton in Batman und Batman Returns einsam in einem viel zu großen Salon zu Abend aß und mit seinem kauzigen Butler Zwiegespräche hielt, ahnte man nur zu deutlich, dass dieser Mann auf den dunklen Straßen Gothams letzlich einen Stellvertreterkrieg führte, dass sein Kostüm nicht nur dem Schutz seiner Privatidentität diente, sondern tiefe seelische Wunden verbarg, dass Batman jene Macht ausübte, die Bruce Wayne trotz seines Reichtums versagt blieb.
Bei dem eindimensionalen Strahlemann, den ein chronisch unterforderter Christian Bale hier gibt, muss man sich vielmehr fragen, warum er sich nicht einfach eine kleine Privatarmee leistet, die unter dem Beifall der Bevölkerung in Gotham aufräumt, während Bruce Wayne sich mit seinen russischen Ballettschneckchen die Zeit vertreibt oder der kleinen Anwältin endlich das Leben bietet, dass sie sich wünscht (“Die kleine Anwältin” halte ich übrigens tatsächlich für eine adäquate Charakterisierung dieser bemerkenswert eindimensionalen Frauenfigur, deren Aufgabe sich darauf beschränkt, die Beziehung zwischen zwei Männern zu verkomplizieren, hin und wieder ein bisschen zu weinen, zu zicken und in Gefahr zu geraten und schließlich unspektakulär geopfert zu werden).
Was den Bösewicht so bemerkenswert macht – der Verzicht auf Komplexität – funktioniert beim Helden eben gerade nicht. Zumindest nicht so wie Nolan und seine beiden Co-Autoren Jonathan Nolan und David S. Goyer es hier vormachen.

Die Ästhetik des Films, die sich hier und da eine Prise Neo-Noir leistet, ansonsten aber jegliche Überhöhung oder Stilisierung geflissentlichst vermeidet, tut ein übriges, um der Heldenfigur noch die letzte Plausibilität zu nehmen. Anders als der Joker, der sich dank des verwischten Make-Up und der generell – im Vergleich zum Comicvorbild – eher dezenten Aufmachung organisch in das konventionelle Thriller-Setting einfügt, stolpert Batman wie ein hoch aufgeschossener Lord Helmchen durch Chicago, das hier offenbar aus irgendeinem Grund “Gotham City” heißt. Nach der grandiosen Eröffnungssequenz fragte ich mich ernsthaft, was plötzlich der Typ in dem Fledermauskostüm da soll…
Ähnliches gilt leider für Twoface. Speziell um diese – für sich genommen bemerkenswerte – Design- und Effektleistung ist es echt schade. Ähnlich wie um all die großartigen Schauspieler, einzelne Kameraeinfälle und vieles andere.

Was sonst noch zu Twoface zu sagen wäre? Nichts! Er interessiert mich nicht. Genauso wenig wie den Autorenstab, der beim Versuch ein Epos zu schaffen, scheinbar zum Ende hin die Lust oder zumindest den Überblick verloren hat, so dass dieser Film trotz seiner epischen Länge am Ende immer noch seltsam gehetzt daher kommt und dramaturgisch aus allen Nähten zu Platzen scheint.

Im Übrigen und bei aller Liebe zu moralischer Ambivalenz: Hätte man sich nicht entscheiden können, ob die Bürger Gothams nun so gutherzig und moralisch sind, dass sie sogar das eigene Leben und das diverser Mitmenschen opfern wollen, um das von ebenso vielen Schwerverbrechern zu schonen, oder doch so blöde und unberechenbar, dass man sie über Dents Ende belügen muss? Diese Scheinheiligkeit verhagelte mir sogar noch den doch eigentlich gut gelungenen Schluss.

Ach ja, und wenn irgendjemand bei Gelegenheit Hans Zimmer endlich mal umweltgerecht entsorgen könnte, wäre ich sehr dankbar!

…so, Kollege Sims. Jetz lass ma sehen!

Categories : Konfrontation  Kultur  Medien

Wochenende in Berlin


Cabuflé; 2008-11-04

Auf dem Kopfsteinpflaster pennen die Penner
Zwei ganze Pärchen und drei einsame Männer
Rauchen Pueblo und trinken Wein
In der französischen Kneipe in Friedrichshain.

“Da sitzen sie, die coolen Leute”, wird der Lustige Bob etwas später sagen, draußen auf der Straße, und auf das Lokal gegenüber deuten “Die sehen genau so aus wie wir. Wir würden da drin kein Bisschen auffallen. Was für Arschlöcher!”

Recht hat der Mann.

Wir haben Halloween…


Cabuflé; 2008-11-01

…und kein Fernsehsender zeigt Nightmare before Christmas.

Armes Deutschland!

Die große Obama-Verschwörung


Cabuflé; 2008-10-28

Wie, also was denn, Herr Cabuflé, schon wieder nur son alberner Link? Und sowas nennen Sie bloggen?

Ja, ich komme mir auch schon richtig langweilig und ausgebrannt vor, aber das ist einfach zu geil!

Und bei Gelegenheit erkläre ich euch in aller Ausführlichkeit, warum The Dark Knight einer der überschätztesten Filme seit langem ist. Versprochen.

Categories : Medien  Schmankerln

Ha ha ha, kuck ma, die Palin…


Cabuflé; 2008-10-17

Cabuflé hat leider gerade alle Hände voll zu tun und müllt das zarte Pflänzchen Instant-Eistee deshalb vorerst weiterhin mit albernem Flash-Gebimse zu. Demnächst gibt es von mir auch Wissenswertes und Interessantes, ja ich scheue mich nicht zu sagen: Tiefschürfendes zu allerlei Themen. Vorerst muss aber sowas reichen:

Ich bin aus diversen Gründen skeptisch gegenüber jener Spielart sich politisch gebenden Humors, die nichts anderes angreift als die vermeintliche Dummheit der attackierten Person. Das war schon bei Bush billig und bei Palin ist es das nicht weniger.

Die Flashinstallation Palin As President jedoch macht die inhaltliche Einfallslosigkeit immerhin durch gestalterische Liebe zum Detail wett und wird deshalb von mir hiermit als netter Zeitvertreib empfohlen.

Viel Spaß…

(via)

Categories : Gesellschaft  Kultur